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Wärmepumpenverbrauch doch nicht zu hoch…

…hätte ich eigentlich auch sofort und selber drauf kommen können. Bin ich aber nicht. Der User „skyme“ aus dem Haustechnikdialog.de hatte den entscheidenden Hinweis.

Die schlechten AZ in den Sommermonaten kommen natürlich durch die Kühlung! Ich kann mit der Wärmepumpe ja auch kühlen, was sich im Sommer sehr positiv bemerkbar macht. Dadurch, dass wir bei hohen Außentemperaturen alles Verschatten ist es eigentlich immer gut auszuhalten im Haus. Wenn es aber eine sehr lange Hitzeperiode gibt und davon hatten wir ein paar ist die Kühlung sehr angenehm und bringt die Temperatur im Haus nochmal 2-3 Grad geschätzt nach unten und das macht dann schon einen großen Unterschied.

Mein Wärmemengenzähler kann aber die Energie die bei der Kühlung dem Haus zugeführt wird nicht zählen. Der Stromzähler den Verbrauch aber schon. Daher die schlechten Arbeitszahlen in den Sommermonaten. Verbrauch ist dann für Warmwasser + Kühlung. Im Sommer komplett von der Photovoltaik abgedeckt. D.h. kostenlos Warmwasser und Kühlung, da wir beides nur tagsüber und bei ausreichender PV Deckung machen.

Photovoltaik Eigenverbrauchsoptimierung

Wenn die Photovoltaik Anlage erst mal auf dem Dach ist, gilt es möglichst viel Eigenverbrauch zu erreichen. Dazu gehört, dass man Verbraucher, wie z.B. die Wasch- und Spülmaschine möglichst in die Ertragszeiten der Photovoltaik Anlage legt. D.h. bevorzugt tagsüber bei Sonnenschein waschen/spülen.

Gleiches gilt natürlich auch für alle anderen Verbraucher, die man in die Ertragszeiten legen kann ohne zu sehr an Komfort einzubüßen (Cappuccino muss z.B. morgens sein, wenn da keine Sonne scheint, Pech).

Das ich viel im HomeOffice arbeite kommt dem Eigenverbrauch natürlich auch entgegen. Dazu kommen aber noch ein paar weitere Dinge, die ich eingeplant habe.

Z.B. werde ich das Erwärmen des Warmwasserspeichers von der Wärmepumpe nur einmal am Tag, um die Mittagszeit machen lassen.

Ebenso werde ich mit einer Nachtabsenkung experimentieren. Normalerweise bringen Nachtabsenkungen keinen Vorteil, weil das Aufheizen danach i.d.R. genauso viel Energie verbraucht, wie über Nacht gespart wurde. Allerdings wird unser sehr gut gedämmtes Haus kaum abkühlen und die Wärmepumpe läuft bevorzugt tagsüber, wenn die Sonne scheint. Das wird aber weniger bringen, als die Warmwasserbereitung. Grund ist, dass im Winter, wenn am meisten geheizt werden muss auch am wenigsten solare Erträge da sind. Insbesondere bei unserer Ost/West Anlage mit flacher Dachneigung. Aber wenn es auch nur ein paar kWh gekauften Strom spart, hat es sich gelohnt.

Wenn ihr noch weitere Tipps zur Eigenverbrauchsoptimierung habt, immer her damit und Kommentare schreiben. 🙂

Warmwasserzirkulation

Eigentlich steht für mich fest, dass ich keine Warmwasserzirkulation möchte. Dem Komfortgewinn durch ständig warmes Wasser steht ein nicht unerheblicher und von vielen unterschätzter hoher Energieverbrauch entgegen.

Bei unserem Grundriss sind alle Zapfstellen übereinander. Bäder und Küche liegen alle übereinander an der gleichen Ecke des Hauses. Also sind sehr kurze Leitungswege möglich. Meine Idee war, sternförmig möglichst dünne (10-12mm) Leitungen zu den Zapfstellen und zu Dusche/Badewanne 16mm Leitungen. Dadurch ergeben sich maximal kurze Leitungswege und ein minimaler Wassermehrverbrauch und es dauert kaum länger bis warmes Wasser an der Zapfstelle ist. Nachteil der Geschichte ist, dass bei selten benutzten Zapfstellen, z.B. im Gästeduschbad das Wasser lange in der Leitung steht (stagniert). Die aktuelle Trinkwasserverordnung gibt vor, dass eine Ring- oder Reihengeschaltete Leitung mit Durchschleifverfahren für die einzelnen Zapfstellen vorzusehen ist.

Selbst damit sollten bei uns kurze Leitungswege und weniger als 3l Wasser in den Leitungen zur am weitest entfernten Zapfstelle möglich sein. Der Komfortverlust ist damit praktisch kaum vorhanden. Das Argument der Wasserverschwendung zählt bei uns in Deutschland nicht. Genau genommen verbrauchen wir durch Sparspülern am Klo, etc. deutlich weniger Wasser, als für die Abwasserkanäle vorgesehen ist. Dadurch müssen diese regelmässig mit großen Wassermengen frei gespült werden. Wassermangel haben wir in Deutschland auch nicht. Dennoch bin ich natürlich kein Freund von Wasserverschwendung. Aber ich wasche mir z.B. die Hände eh nur mit kaltem Wasser und Dusche überwiegend. Die Energieverschwendung einer Warmwasserzirkulation hat definitiv den größeren ökologischen Fußabdruck.

Bei Weberhaus würde die Vortex BWO 155 SL Pumpe verbaut werden. Diese hat einen Selbstlerneffekt und soll die Nutzerzeiten lernen. Das funktioniert so intelligent, dass diese Pumpe die ersten zwei Wochen fast durchgehend taktet und in dieser Zeit das Nutzerverhalten lernen soll. Mal davon abgesehen, dass bei uns keine festen Zeiten zum Duschen/Händewaschen spülen da sind, funktioniert das wohl in der Praxis auch nur sehr mässig. Im Internet finden sich zahlreiche Berichte von Pumpen die trotz ausreichender Lernphase das Frischwasser im Speicher über Nacht um viele Grade abkühlen und Energie verschwenden oder bei anderen willkürlich zu takten scheinen. Ein kurzer Stromausfall und die Lernzeit beginnt von vorne. Wieder 2 Wochen Energieverschwendung. So ein Teil kommt mir auf gar keinen Fall ins Haus.

Wenn der Haushersteller darauf besteht eine Zirkulationspumpe zu verbauen, dann soll er eine simple Pumpe verbauen. Von mir aus mit programmierbarem Timer. Diese kann ich dann einfach abschalten oder was ich dann wohl auch probieren würde, wären Bewegungsmelder in den Bädern, welche die Pumpe für z.B. eine Minute laufen lassen, sobald jemand das Bad betritt. Damit werden die unnötigen Laufzeiten auf ein Minimum reduziert.

Wen das Thema interessiert, der sollte mal nach dem Energieverbrauch der Warmwasserzirkulation im Netz suchen. Bei Altbauten mit nicht gedämmter Warmwasserleitung kann das einen erheblichen Anteil an den Gesamtheizkosten ausmachen! Selbst im modernen Neubau mit voll gedämmter Warmwasserleitung ist der Energieverlust nicht zu unterschätzen. Klar, die Wärme bleibt innerhalb des Hauses. Trotzdem gibt es nicht gewünschte Verluste.

Also bei uns entweder gar nicht. Oder abschaltbar und dann mit Bewegungsmelder im Bad. Für eine Zeitsteuerung brauchen wir zu unregelmässig Warmwasser. Selbstlernende kommen nicht in Frage.