Photovoltaik Anlage

Ein weiteres Thema, was es frühzeitig zu klären galt, war die Photovoltaik Anlage. Hauptgrund eine Photovoltaik Anlage zu installieren ist tatsächlich der Umweltschutz. Ich finde auf jedes brauchbar ausgerichtete Hausdach gehört eine solche Anlage. Weitere Aspekte sind ein wenig Unabhängigkeit von den Energieerzeugern und wenn das ganze am Ende noch eine Rendite abwirft…umso besser. Würde aber auch bei einer +-0 Kalkulation wohl eine Anlage verbauen.

Leider haben wir ein Grundstück mit Ost/West Ausrichtung. Wobei die Westseite etwa 10 Grad nach Süden gedreht ist. Eine Photovoltaik Anlage gibt die besten Erträge bei einer reinen Südausrichtung, da hier die Sonneneinstrahlung über den Tag verteilt am höchsten ist.

Dafür hat eine Anlage mit Solarmodulen sowohl auf der Ost-, als auch auf der Westseite andere Vorteile. Die Module im Osten bringen morgens und am Vormittag mehr Leistung, als eine Südanlage. Die Module im Westen nachmittags und am Abend.

Da durch die sinkende Einspeisevergütung der Eigenverbrauch eine immer wichtigere Rolle spielt, um mit einer Photovoltaikanlage rentabel zu werden, sollte die PV Anlage auf einen möglichst hohen Eigenverbrauch optimiert werden. Das geht mit einer Ost/West Anlage, welche über den Tag verteilt zwar insgesamt zwar kleinere Erträge, aber dafür über einen längeren Zeitraum liefert, unter Umständen besser, als mit einer reinen Südanlage. Besonders dann, wenn viel Strom früh morgens oder abends verbraucht wird. Also typisch für das arbeitende Volk.

Ein anschauliches Diagramm dazu gibt es z.B. auf Sonneninitiative.org:

Copyright http://www.sonneninitiative.org/

Man erkennt deutlich, dass die Ost und die Westkurve deutlich früher anfangen Erträge zu liefern und deutlich später wieder aufhören. Weiterhin fehlt der ausgeprägte Peak rund um die Mittagszeit einer Südanlage, was einen weiteren Vorteil mit sich bringt. Es reicht unter Umständen ein kleinerer Wechselrichter und man spart hier Kosten, was zu einer besseren Rentabilität der Anlage führen kann.

Dennoch würde ich eine reine Südanlage bevorzugen. Geht bei uns aber nicht.

Eine brauchbare Schätzung der möglichen Erträge für den jeweiligen Standort, Aufbau, Ausrichtung der Anlage, etc. lässt sich mit dem pvgis Kalkulator erstellen.

Weiterhin wäre es bei einer Ost/West Anlage von Vorteil eine steilere Dachneigung zu haben. Dennoch wird eine Anlage auf unserem Dach höchstwahrscheinlich rentabel sein und nach Kalkulation unseres Anbieters sich bereits nach 8-9 Jahren amortisiert haben und danach ordentliche Erträge erwirtschaften. Nach der sicherlich optimistischen Kalkulation des Anbieters ist eine Gesamtkapitalrendite von knapp unter 11% drin. Selbst, wenn wir deutlich darunter liegen (z.B. durch einen defekten Wechselrichter, geringerer Eigenverbrauch als kalkuliert, etc.) ist das immer noch deutlich mehr, als die Kapitalmärkte hergeben.

Nach einiger Recherche im Internet war schnell klar, dass bei unserem großen Dach eine Anlage knapp unter 10kWp am meisten Sinn macht. Ab 10kWp wird die EEG Umlage fällig, welche die Erträge schmälert. Bei kleineren Anlagen steigt der Preis pro kWp natürlich durch Fixkosten, wie Montage, etc. an. Die Investitionskosten sind so natürlich höher, aber die Rendite ausgereizt. Weiterhin werden die Erträge bei niedriger Sonneneinstrahlung (z.B. Abends/Morgens) höher sein, was dem Eigenverbrauch wieder zugute kommt.

Auch hatte ich mich schnell entschieden, dass es eine Ost- und Westbelegung mit dem Schwerpunkt auf der Westseite werden wird.

Dann muss man sich auf die Art der Einspeiseregelung festlegen. Entweder man bietet dem örtlichen Energieversorgungsunternehmen die Möglichkeit die Anlage bei Überkapazität zu drosseln, um das Netz zu entlasten oder aber man entscheidet sich für die 70% Regelung. Hier unterscheidet man zwischen 70% hart und 70% weich. Es dürfen nur 70% der Anlagen-Peakleistung eingespeist werden. Bei 70% hart sind alle Erträge über 70% „hart“ gekappt. Also weg. Bei 70% weich dürfen immer noch nur max. 70% eingespeist werden, aber alles darüber darf selber verbraucht werden. In unserem Fall wird es kaum Erträge über 70% geben, also könnten wir bequem 70% hart machen. 70% weich hat aber noch einen weiteren Vorteil, die Gebrauchsvisualisierung. Durch den zusätzlichen Stromzähler, der für die „weiche“ Regelung notwendig ist, kann man nun den Eigenverbrauch messen und das ganze in die Visualisierung des Wechselrichters mit einbauen. Wenn also, wie in unserem Fall die 70% weich Regelung ohne große Mehrkosten möglich ist, würde ich diese bevorzugen. Rentieren wird sich die Mehrinvestition nicht annähernd, aber die Visualisierung ist es mir wert. Damit kann man auch den Eigenverbrauch optimieren.

Bei der Entscheidung und Informationsfindung hat mir das Photovoltaikforum.com sehr weiter geholfen. Aber nicht nur dabei. Ich habe mir mit meinen Vorgaben dann die ersten zwei Angebote eingeholt und diese waren sehr ernüchternd. Beide über 1500€/kWp und damit deutlich höher, als erwartet. Im Angebotsbereich des Photovoltaikforums lassen sich auch Angebote einstellen und werden von den Mitgliedern bewertet. Vergleichbare Anlagen waren dort deutlich günstiger zu haben. Also habe ich über die Forumsfunktion Angebote holen lassen. Dies geschieht über einen Vermittler, der die Anfrage an ca. 5 Solarteure weiterleitet. Die Angebote hier waren schon deutlich sympathischer und deutlich unter 1300€/kWp. Es kristallisierte sich ein Favorit ab, bis ich von Solar Conze im Forum angeschrieben wurde. Herr Reichmann von Solar Conze fragte nach der Erlaubnis mir auch ein Angebot erstellen zu dürfen, welche ich natürlich erteilte.

Das Angebot gehörte zu den drei Attraktivsten. Der sehr sympathische und kompetente Kontakt von Herrn Reichmann und später Herrn Papenfuß und die sehr positiven Rückmeldungen zu Solar Conze im Forum haben natürlich auch geholfen, dass ich mich unter den drei favorisierten Angeboten, die sehr nah beieinander lagen schlussendlich für dieses Unternehmen entschieden habe.

Wir werden folgende Hardware bekommen:

  • 38x SolarWorld 260 WP Mono Module = 9,88 kWp
  • Fronius Symo 8.2-3-M
  • Fronius SmartMeter für 70% Weich
  • Würth Zebra Unterkonstruktion

Es kommen voraussichtlich 22 Module auf die etwas bessere Westseite für mehr Erträge am Nachmittag/Abend, wo voraussichtlich mehr Verbrauch sein wird. Und 16 Module auf die Ostseite.

Belegung PV

Auf dem Bild fehlt ein Modul auf der Ostseite, wo noch unklar ist, wie das platziert wird. Weiterhin stehen die exakten Positionen der Dachfenster noch nicht fest. Diese warten wir noch für die finale Planung der Module ab.

Solar Conze liefert die Anlage „Schlüsselfertig“. Inklusive Anmeldung beim Energieversorger. Die Anlage wird montiert werden, sobald das Dach gedeckt ist. So kann das Gerüst von Weberhaus vom Solarteur mitbenutzt werden und wir sparen die Gerüstkosten.

Wenn Solar Conze die Anlage genauso professionell und sympathisch umsetzt, wie die Unterstützung und Beantwortung aller Fragen bisher, haben wir auch hier genau den richtigen Anbieter gewählt.

6 Gedanken zu „Photovoltaik Anlage

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  3. markus

    hallo wieso wurde bei einer 9,88kw PV Anlage nur ein Wechselrichter mit 8KW installiert. sie benutzen ja die 70% weich um den Überschutz selbst zu verbrauchen.
    aber bei 8kw haben sie von vornherein ca 20% abgeschnitten

    Antworten
    1. Thomas Bauherr Beitragsautor

      Hi Markus,

      die Unterdimensionierung macht absolut Sinn. Es ist eine Ost-/West Anlage und selbst bei einer reinen Südanlage würde der 8kW Symo vermutlich ausreichen. Die 70% Weich mache ich auch nur aufgrund des Eigenverbrauchmonitorings. Finanziell macht es keinen Sinn. Denn über 70% werde ich nur sehr selten kommen. Hab zwar jetzt schon ein paar mal 7,x kW gesehen, aber das passiert nur an guten Tagen und nur um die Mittagszeit rum. Das macht nur einen sehr geringen Anteil am Gesamtertrag aus.

      Grüße,
      Thomas

      Antworten
  4. Marco

    Hallo Thomas,

    ich bin am suchen nach passenden Infos zur Dimensionierung der Solaranlage usw. – und da Euer Blog inzwischen zu meinen Haupt-Informationsquellen gehört, hätte ich da ein paar Fragen… es wäre schön wenn Du mir da weiterhelfen könntest… Dafür schon mal herzlichen Dank falls Du die Zeit finden würdest!

    1. Wieso habt ihr nicht die Anlage von Weberhaus genommen? Die bieten das ja auch an, scheint mir aber insgesamt teurer zu sein als die von Dir erwähnten 1300 pro kWp

    2. Wie hast Du dich für diese Größe entschieden? Das bereitet mir aktuell die meisten Probleme, hier eine „Anleitung“ zu finden die es mir erlaubt eine vernünftige Dimensionierung zu finden. Wieviel Leistung braucht man mindestens, was macht Sinn, usw… Dazu habe ich nichts konkretes gefunden, lediglich diverse Werbeseiten von Herstellern / Aufbauern…

    3. Poly oder Mono – warum hast Du dich für die Monochristalinen entschieden?

    4. Gibts ne „Jahresbilanz“ von Eurer Anlage? Wieviel Eigenverbauch, wieviel Fremdbezug…

    Fragen über Fragen…. aber Du kennst das ja sicher, wenn man sowas plant und verzweifelt nach Informationen sucht…

    Viele Grüße
    Marco

    Antworten
    1. Thomas Bauherr Beitragsautor

      Hi Marco,

      leicht zu beantworten:

      1) Weberhaus ist VIEL teurer und die vergeben die Aufträge auch nur weiter. Frag nach einem Angebot von Solar Conze und wenn du magst, kannst du dich von uns werben lassen. Hol aber noch weitere Angebote rein. Solar Conze sind super, aber bei solchen Beträgen sollte man sich nicht auf einen Anbieter verlassen.
      2) Je größer du die Anlage wählst, desto geringer die Kosten je kWp. Und je mehr Beitrag zum Verbrauch der Wärmepumpe im Winter. Ab 10kWp wird die EEG Umlage fällig. Also haben wir knapp unter 10 kWp aufs Dach gebaut.
      3) Mono sind besser, aber auch teurer. Letzten Endes hängt diese Entscheidung von den Angeboten ab, die man bekommt. Da kannst du einiges zu im Netz nachlesen.
      4) Keine sinnvolle, weil die Anlage nicht das ganze Jahr über lief und unter anderem die Estrichaufheizung mit rein gespielt hat. Insgesamt sind wir zur Zeit aber schon bei knapp 1.300€, die uns die Anlage erspart/eingebracht hat.

      Werde dazu auch noch irgendwann weitere Beiträge schreiben.

      Hoffe geholfen zu haben.

      Grüße,
      Thomas

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